Gaht's-no!-Priis 2019


Gaht’s-no!-Priis - Die Nominierten für 2019

Geschichte 1

«Blaue Parkkarte»

Ein Automobilist erhielt eine Busse von über CHF 40.-- und eine blaue Parkkarte klemmte unter seinem Scheibenwischer. Dabei hatte er die Karte eigentlich richtig eingestellt. Erklärung der Polizei: Seine Parkkarte war zwar richtig eingestellt aber zu klein. Sie war 1cm zu schmal und 3cm zu wenig hoch. Nach Eidgenössischer Signalisationsverordnung sind Grösse, Schrift, Farbe und Zeitangabe genauestens geregelt. Ein paar kleine Quadratzentimeter sind also ein grosses Problem für den Staat. Mit fast CHF 1.-- fehlendem Quadratzentimeter Busse muss gerechnet werden. Zürichsee Zeitung

 

Geschichte 2

«Nach 30 Jahren muss ein Uhrenhändler plötzlich all seine Preise anschreiben - jetzt fürchtet er sich vor Raubüberfällen»

Beat Baumgartner führt seit Jahrzehnten einen kleinen Uhrenladen auf der Zürcher Rathausbrücke und achtet dabei stark auf seine Sicherheit. Doch auf einmal kommt ihm die nationale Preisbekanntgabeverordnung in die Quere. Eine Beamtin der Wirtschaftspolizei kam vorbei und teilte Baumgartner mit, dass er die Preise seiner Uhren im Schaufenster anbringen müsse; Passe er die Beschriftung nicht an, werde er gebüsst. 
Baumgartner ist erstaunt, dass die fehlenden Preise nach 29 Jahren plötzlich ein Problem sein sollen. Anschreiben will er die teuren Uhren auf keinen Fall. Einerseits sei das bei mehreren hundert Stück eine sehr mühsame Arbeit. Andererseits geht es ihm vor allem darum, Gelegenheitsdiebe nicht auf dumme Gedanken zu bringen. Zu viele Überfälle auf Uhrengeschäfte hat es in den letzten Jahren gegeben.
NZZ

 

Geschichte 3

«Wirt Matteo Trivisano wehrt sich gegen rigide Beizen Vorschriften – mit Unterstützung der Konkurrenz.»

Im Herbst lehnte die Stadt das Gesuch von Trendwirt Matteo Trivisano ab, im Sommerhalbjahr zusätzliche Bistrotische vor seiner Lachs Bar Frisk Fisk an der Metzggasse aufzustellen. Trotz Einverständnisses der Nachbarn entschieden die Behörden: «Vor nicht zum Betrieb gehörenden Fassadenflächen werden keine Aussenwirtschaften geduldet». Petition mit rund 60 Unterschriften, die man seinen Angaben zufolge auch bei Konkurrenten an der Metzggasse unterzeichnete; auch die Verantwortlichen anderer umliegender Geschäfte unterstützen den umtriebigen Wirt damit er «Die Altstadt wiederbeleben» kann.Landbote

 

Geschichte 4

«Vorführung Pferdeanhänger – so viel zum Thema CO2 Ausstoss»

Am 13. März hat ein FDP Mitglied ihren Pferdeanhänger bei der Motorfahrzeugkontrolle in Hinwil vorgeführt. Ihr Mann, Landwirt, belud den Anhänger mit einem Siloballen Gras, der die Grundfläche weitgehend ausfüllte. Die Prüfung des Anhängers, auch der anschliessende Bremsstopp verlief einwandfrei. Zum Schluss wollte der Experte einen Blick ins Innere des Anhängers werfen, wobei er bemerkte, dass der Siloballen nicht mit einer Gurte gesichert war. Obwohl die Ladung weder verrutschte noch verloren werden konnte, entsprach die fehlende Sicherung einer „Vorschriftsverletzung“, was zur Verweigerung der Abnahme führte.

Anlässlich der zweiten Vorführung am 15. März mit dem gleichen Prozedere jedoch mit einem anderen Experten verlief der Prüfungsverlauf wiederum einwandfrei. Dieser interessierte sich nicht für den Inhalt der Belastung und stellte das Abnahmezeugnis ohne weiteres aus. FDP Mitglied

 

Geschichte 4

«Überteuerte Bremshebel dank Strassenverkehrsamt»

Staatliche Gebühren und Abgaben sind wie in vielen anderen gewerblichen Branchen ein stetes Ärgernis, welches die Konsumenten viel Geld kostet. Geschäftsführer Adrian Michel kann ein besonders stossendes Beispiel aufzeigen: «Wenn wir einem Kunden ein Bremshebel für CHF 60.-- verkaufen wollen, so müssen wir insgesamt CHF 290.-- in Rechnung stellen für die Aufwände des Strassenverkehrsamts. CHF 60.-- für den Bremshebel, CHF 35.-- für die Montage und alles andere geht direkt an den Amtsschimmel...»
Wenn das Strassenverkehrsamt jedoch Leistungen entschädigen soll, sieht es plötzlich ganz anders aus. Jedes Jahr muss für die Mofa-Nummer ein Amts-Zettel ausgefüllt werden. Das Ausfüllen und Einschicken einer dieser Zettel inklusive Begleitschreiben ist dem geizigen Strassenverkehrsamt gerade mal CHF 2.-- wert. Vimeo