Die Gewinner


Der «Gaht's-no!-Priis 2019» geht an den zürcher Uhrenhändler Beat Baumgartner mit der Story «Nach 30 Jahren muss ein Uhrenhändler plötzlich all seine Preise anschreiben - jetzt fürchtet er sich vor Raubüberfällen»

Beat Baumgartner führt seit Jahrzehnten einen kleinen Uhrenladen auf der Zürcher Rathausbrücke und achtet dabei stark auf seine Sicherheit. Doch auf einmal kommt ihm die nationale Preisbekanntgabeverordnung in die Quere. Eine Beamtin der Wirtschaftspolizei kam vorbei und teilte Baumgartner mit, dass er die Preise seiner Uhren im Schaufenster anbringen müsse; Passe er die Beschriftung nicht an, werde er gebüsst.
Baumgartner ist erstaunt, dass die fehlenden Preise nach 29 Jahren plötzlich ein Problem sein sollen. Anschreiben will er die teuren Uhren auf keinen Fall. Einerseits sei das bei mehreren hundert Stück eine sehr mühsame Arbeit. Andererseits geht es ihm vor allem darum, Gelegenheitsdiebe nicht auf dumme Gedanken zu bringen. Zu viele Überfälle auf Uhrengeschäfte hat es in den letzten Jahren gegeben.
Zur ganzen Geschichte

 

Der «Gaht's-no!-Priis 2018» geht an den Getränkehändler Roger Bösch mit der Story «Ein Alarm genügt nicht»

Getränkehändler Roger Bösch zeigt sein staatlich verordnetes Fitnessprogramm. Seit seine Liftanlage vom Fachinspektorat für Aufzugsanlagen Winterthur FAWI bei einer Kontrolle – die 522 Franken für 30 Minuten kostete – bemängelt wurde, müssen Bösch und seine Mitarbeiter jeden Tag Hunderte Treppenstufen bewältigen. Der Lift darf keine Personen mehr befördern. Die eingebaute Alarmanlage ist den Beamten nicht sicher genug. Obwohl der schrille Signalton weit herum hörbar ist, müsste eine zusätzliche Notrufeinrichtung installiert werden. Diese kostet – wie sollte es auch anders sein – eine schöne Stange Geld. Das FAWI führt aus, es könne sein, «dass sich bei einer Betriebsstörung eine Person im Lift befindet und keine Hilfe anfordern kann». Roger Bösch ist irritiert, denn der Lift ist nur während der Geschäftszeiten in Betrieb. Der Alarm wäre für das Personal also unüberhörbar. Gemäss Richtlinie muss die Erhöhung der Sicherheit wirtschaftlich vertretbar sein und wesentlich zur Erhöhung der Sicherheit beitragen. «Diese beiden Punkte sind in meinem Fall sicher nicht erfüllt», stellt Bösch klar. Hier geht es zum Beitrag in der Gewerbezeitung.

Der «Gaht’s-no!-Priis 2017» geht an die Hundetrainerin Daniela Rüegg

Die betroffene Frau hat vor einem Jahr in einem vom Veterinäramt Zürich anerkannten Institut den Kurs zur Hundetrainerin absolviert. Somit kann sie die kantonalen Erziehungskurse für Hunde leiten. Trotzdem wurde sie von der Gemeinde aufgefordert, den Kurs mit ihrem eigenen Hund bei einem Kollegen zu besuchen. Sie fühlt sich völlig vor den Kopf gestossen: «Es wird mir also zugetraut, jedem Halter diese Kurse zu erteilen. Aber mit meinem eigenen Hund wird mir die Kompetenz dazu abgesprochen? Das wäre ja genauso absurd, wie wenn ein Lehrer seine eigenen Kinder nicht unterrichten darf, weil er keine Ahnung von seinem Beruf habe?»

Der «Gaht’s-no!-Priis 2015» geht an einen jungen Steuerzahler

Die diesjährige Auszeichnung ging an einen jungen Steuerzahler, der folgende absurde Geschichte einreichte: Aufgrund von Umweltauflagen dürfen die Feuerwehren im Kanton Zürich nicht mehr mit gebrauchten Paletten das Löschen von Feuer üben, wie sie das jahrzehntelang getan haben. 2012 hat das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) das Verbrennen von alten Paletten verboten, weil diese die Luft verschmutzen könnten. Die Folge des Verbotes ist, dass die Zürcher Feuerwehren ab 2012 eigens hergestellte, nagelneue Holzpaletten erwerben und diese anschliessend verbrennen müssen. „Diese Geschichte zeigt den sorglosen Umgang mit Steuergeldern exemplarisch auf“, erklärt Jury-Präsident Peter Werder. Lesen Sie hier die ganze Geschichte.

Der «Gaht’s-no!-Priis 2013» geht an das gebeutelte Kinderkrippenwesen der Stadt Zürich

Bei der Verleihung des diesjährigen Gahts-no!-Priis an das gebeutelte Kinderkrippenwesen der Stadt Zürich kam es zu einer skandalträchtigen Premiere: Die Preisverleihung fand ohne Preisträger statt, da die Krippenleitung, welche die Geschichte eingereicht hat, aus Angst vor behördlichen Repressionen nicht öffentlich auftreten wollte. Daher hat die FDP Kanton Zürich den Gahts-no!-Priis für die absurdeste Bürokratiegeschichte des Jahres zum ersten Mal in anonymisierter Form verliehen. Hier geht es zur ganzen Story.

Die Gewinnerin des Gahts-No!-Priis 2012 ist die Vereinigung «Autoshow Winterthur»

Diese Vereinigung umfasst 23 Garagenbetreiber aus dem Raum Winterthur. Ihnen wurde eine über 30-jährige und in all den Jahren nie zur Anwendung gelangte Vorschrift zum Verhängnis, die das Aufstellen oder Aufhängen von Werbeblachen auf Privatgrund nur gegen eine Gebühr von je 100 Franken vorsieht. Die ganze Geschichte gibt es hier.

Die Gewinnerin des Gaht's-No!-Priis 2011 ist Frau Garcia mit dem «beschlagnahmten Kinterkleid»

Nicole Garcia (33) hat aufregende Tage und Wochen hinter sich. Die Besitzerin des Zürcher Kinderkleidergeschäfts Mogli erlebte die offiziell absurdeste Bürokratiegeschichte des Jahres. Zwei Frauen vom kantonalen Labor kamen für eine Stichkontrolle in den kleinen Kinderkleiderladen. Ein festliches, pinkfarbenes Kinderkleid stach den Kontrolleurinnen ins Auge. «Sie sagten, die Bändel um die Taille seien zwölf Zentimeter zu lang», erzählt Garcia. Die Frauen packten das Kleid für genaue Untersuchungen ein.
Von einer Regel über die Länge von Kleiderbändeln hatte sie noch nie etwas gehört. Dass die Angelegenheit keinesfalls ein Scherz war, wurde Garcia Anfang Juli klar: Da erhielt sie das Protokoll der Beanstandung. «Erst als ich den Bericht und die Rechnung für die Bearbeitungsgebühr von 176 Franken erhielt, realisierte ich, dass es ihnen ernst war.» Die ganze Geschichte gibt es hier.

Der Gewinner des Gaht's-No!-Priis 2010 ist der Betreiber eines Kleinladens

Der Betreiber eines kleinen Ladens in der Stadt Zürich, der neben Kioskartikeln auch Sandwiches und Kaffee verkauft, wollte vor dem Lokal zwei kleine Bistrotische aufstellen. Platz dafür gibt es auf dem breiten Trottoir reichlich. Also fragte er bei der Gewerbepolizei an, ob er dazu eine Bewilligung benötige. Eine Bewilligung? Er brauche ein Patent als Kleinwirtschaft! Aber ein solches kriegt man nicht ohne weiteres: Zuerst brauche es eine Umzonung des Trottoirs in eine Boulevardzone sowie eine Baubewilligung samt Bauplänen. Die Kosten dafür: rund 5'000 Franken. Es kam aber noch dicker: Das Patent als Kleinwirtschaft erhalte nur, wer auch noch eine Lüftung einbaue. Eine solche kostet gut und gerne 35'000 Franken. Der Ladenbetreiber verstand die Welt nicht mehr: Warum braucht er drinnen eine Lüftung, wenn er draussen zwei Tischlein hinstellen möchte? Das sei nun halt mal so, beschied ihm die Verwaltung. 40'000 Franken für zwei Bistrotische: Es liegt auf der Hand, dass sich diese Investition niemals rechnet. Resigniert liess der Lokalbetreiber von seiner unternehmerischen Idee wieder ab. Zur ganzen Geschichte.