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Umweltschutz statt Öko-Symbolik
Vorschriften sind Job-Killer
Taten statt Worte
Leistung muss sich lohnen

Gahts-no!-Priis 2011

 

Die FDP Kanton Zürich hat am vergangenen Samstag zum zweiten Mal den «Gaht's-no!-Priis» für die absurdeste Bürokratiegeschichte verliehen. Corpus Delicti war in diesem Jahr ein Stück Stoff, das gemäss Vorschrift zwölf Zentimeter zu lange war.

Nicole Garcia betreibt in Zürich an der Schipfe eine Kinderkleiderboutique. Zusätzlich zu ihrem regulären Sortiment diverser Kleider, bietet sie für den auserlesenen Geschmack auch handgefertigte Einzelstücke. Diese werden seit dreissig Jahren von derselben Näherin in der Schweiz hergestellt. Eine schöne Geste, für alle, die Wert auf die Herkunft der Kleider legen.


Im Juni 2011 bekam Nicole Garcia Besuch von zwei Damen vom kantonalen Labor. Nach einer kurzen Prüfung vor Ort konfiszierten die beiden Beamtinnen ein Kinderkleidchen. Die Begründung: Die Schärpe um die Taille ist zu lang. In einem eigens darüber verfassten Bericht über eine Kleider-Schärpe(!) konnte Nicole Garcia ein paar Tage später entnehmen, dass die Schärpe 48 Zentimeter und damit 12 Zentimeter zu lang sei.

Man hat die Ladenbesitzerin zudem aufgefordert, in Zukunft die Länge des Stoffes den gesetzlichen Richtlinien anzupassen. Welche Anforderungen und Massnahmen zur Umsetzung erforderlich seien, das stand im Bericht leider nicht. Dafür wurden satte 176 Franken verrechnet.

Frau Garcia wollte als pflichtbewusste Bürgerin dieser Frage nachgehen. Das kantonale Labor konnte zur Norm leider keine Auskunft geben und dies obwohl sie genau diese Norm in der Kleiderboutique überprüft haben. Stattdessen verwiesen sie sie an den Schweizerischen Normenverband (SNV). Der SNV ist zwar zuständig, doch wollten sie für diese Auskunft tatsächlich 111 Franken. Für eine Auskunft zu deren Normeinhaltung man gezwungen wird («Sicherheit von Kinderbekleidung - Kordeln und Zugbänder an Kinderbekleidung»). Wie kann es sein, dass man in der Schweiz für die Einsicht in einen Vorschriftenkatalog über CHF 100 bezahlen muss? Die Reise von Pontius zu Pilatus kostete Frau Garcia schliesslich nicht nur viele Nerven, sondern auch über 300 Franken - und das wegen 12 Zentimeter zu langem Stoff.

And the winner is...
Frau Garcia erhielt von der FDP Kanton Zürich für das Einreichen ihrer absurden Geschichte den «Gaht's-no!-Priis 2011». Herzliche Gratulation! Auch wenn diese Geschichte durch ein hohes Mass an Absurdität besticht, ist sie nur ein Beispiel für zahlreiche Erfahrungen mit grotesker Bürokratie, die der FDP in den vergangenen Monaten zugetragen worden sind. Sie alle zeigen, wie die Bürokratie unseren Alltag als Bürger und Unternehmer sinnlos erschwert und verteuert.

Und was geschah danach?
Im November 2010 verlieh die FDP Kanton Zürich den «Gaht's-no!-Priis» zum ersten Mal. Damals wurde die Geschichte eines Bistro-Kiosk-Betreibers ausgezeichnet, der für das Aufstellen von zwei kleinen Tischen und vier Stühlen eine Lüftung für 40’000 Franken hätte einbauen sollen. Die FDP liess ihren Worten Taten folgen und reichte eine Motion ein, die es vereinfachen soll, kleine Tische und Stühle auf das Trottoir zu stellen. Der Regierungsrat hat das Anliegen entgegengenommen. Der Bürokratie-Geplagte Aaron Stillhard hat inzwischen eine Baubewilligung für eine normale Lüftung für «nur» 10'000 Franken erhalten. Doch das Fachchinesisch für die umfangreichen Bauvorgaben ist für einen Laien schlicht nicht verständlich. Die Anfrage beim UGZ (Umwelt und Gesundheitsschutz Zürich) für eine mündliche Klärung und Besprechung wurde abgelehnt. Man hätte im Moment wenig Zeit. Weiteres Nachfragen blieb unbeantwortet. Die FDP Kanton Zürich bleibt an dem Fall dran.

 

Hier finden Sie weitere Informationen zum Anlass:

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