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Umweltschutz statt Öko-Symbolik
Vorschriften sind Job-Killer
Taten statt Worte
Leistung muss sich lohnen

Sitzbänklivorenthaltung

Als eifriger Benutzer der Buslinien ab Fällanden hörte ich diesen Frühling die Klage eines älteren Mitbürgers, es sei eine Zumutung, an der für über ein halbes Jahr improvisierten Bushaltestelle „Gemeindehaus“ an der sengenden Sonne und ohne Sitzgelegenheit auf den wegen der Jahrhundert-Baustelle oft verspäteten Bus warten zu müssen.

Der Mann bedauerte mich, und ich sandte flugs eine Mail an die Abteilung „Bevölkerung und Sicherheit“, um sie mit diesem Problem vertraut zu machen und um Abhilfe zu bitten. In meiner Naivität dachte ich mir, dies sei innert kürzester Frist möglich. Aber weit gefehlt! Nachdem einen Monat lang nichts geschah, erlaubte ich mir, eine Erinnerung zu senden. Daraufhin wurde ich höflich aber bestimmt darauf aufmerksam gemacht, dass für die Aufstellung eines Sitzbänklis nicht die Gemeinde, sondern der Kanton zuständig sei. Es war wie eine Offenbarung für mich zu lernen, dass sich niemand getrauen solle, an einer provisorischen Bushaltestelle ein Sitzbänkli aufzustellen, ohne vorher genau die korrekte Zuständigkeit abzuklären. Also wandte ich mich auf Anraten der Gemeinde an die Bauleitung Locher Ingenieur AG mit Kopie an die kantonale Baudirektion. Schon nach 2 Tagen erhielt ich von jener Bericht, das Aufstellen einer Sitzgelegenheit sei leider ganz und gar unmöglich, weil es bereits jetzt schon schwierig sei, den Gehweg zu benützen, wenn Personen auf den Bus warten würden; allfällige Sitzmöglichkeiten würden das Problem noch verschärfen. Dies stimmt insofern, als das Trottoir schmal ist und durch die Ligusterhecke des dahinter liegenden Gartens noch zusätzlich verschmälert wird. Was die Locher Ingenieur AG aber zu ignorieren scheint, ist die Tatsache, dass auf dem Trottoir bereits heute ein voluminöser Billetautomat mit massiven Betonfüssen und eine Haltestellentafel stehen, und dass auf den Fundamenten dieses Mobiliars schon jetzt immer wieder auch Leute sitzen und den Gehweg „versperren“. Ich machte ihn auf diesen Umstand und auch auf die Möglichkeit aufmerksam, allenfalls das Trottoir zu Lasten der Strasse etwas zu verbreitern, worauf ich offenbar als unbelehrbarer Querulant eingestuft und keiner weiteren Antwort mehr für würdig befunden wurde.

 

Es scheint aber, dass auch andere Leute um eine Lösung des Problems bemüht waren, denn oh Wunder, eines Tages standen an besagter Haltestelle plötzlich zwei Ikea-Hocker mit der freundlichen Aufschrift «Reserviert für Buspassagiere». Diese wurden sofort fleissig benutzt, und Klagen von Gehwegbenutzern, sie kämen an den benutzten Hockern nicht mehr vorbei, sind offenbar ausgeblieben. Mittlerweile ist aber bereits einer der beiden Hocker verschwunden; es war vielleicht auch etwas blauäugig, die beiden Hocker nur mit einer simplen Schnur an den dahinter liegenden Maschenzaun zu binden. Wie dem auch sei: Einstweilen steht immer noch ein Hocker zu Verfügung, und wir wollen hoffen, dass er noch eine Zeitlang den Busbenützern das Warten erleichtert.

Und die Moral von der Geschichte? Das Aufstellen eines Sitzbänklis für Buspassagiere ist keine Routine-Angelegenheit, sondern ein ernsthafter Staatsakt, der eine peinlich genaue Absprache und Mitkonsultation sämtlicher beteiligter Behörden erfordert. Bis dahin wird der Wunsch müder Buspassagiere in einer Schublade mit der Aufschrift ruhen: «Nichts machen; erledigt sich mit der Zeit von selbst». Dies trifft wohl zu, denn spätestens Ende Herbst wird die Bushaltestelle wieder am alten Standort vor dem Gemeindehaus mit Sitzbank und Schattendach stehen.

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