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Jessico darf nicht Jessico heissen



Überglücklich hielten die Eltern ihren neugeborenen Sohn in den Händen. Doch die Freude währte nicht lange: Schon einen Tag nach der Geburt erhielten die Eltern Post vom Zivilstandsamt. Der Brief hatte es in sich. In hochstehendem Beamtendeutsch stand da Folgendes geschrieben: 

«In den uns zur Verfügung stehenden Mitteln wird Jessico als weiblicher Vorname definiert. Das Zivilstandsamt ist verpflichtet, Vornamen zu prüfen und zurückzuweisen, wenn sie die Interessen des Kindes offensichtlich verletzen sollten.»

Kurz und knapp: Das Amt akzeptierte den Vornamen Jessico nicht. Die Eltern wurden aufgefordert, eine schriftliche Erklärung der Namenswahl ans Zivilstandsamt zu schicken.

Eine so massive Einmischung in eine private Angelegenheit geht eindeutig zu weit. Eine Namenswahl ist doch eine subjektive Entscheidung, die vollständig in der Kompetenz der Eltern liegen sollte. Ansonsten müsste der Staat ja eine Liste mit genehmen Vornamen publizieren. Damit der Aufwand nicht zu gross wird, schlagen wir 3 männliche und 3 weibliche Namen vor...

Liebes Zivilstandsamt, dieser Eingriff in die private Namensgebung geht eindeutig zu weit. Jessico soll Jessico heissen, wenn den Eltern dieser Name gefällt. So viel Eigenverantwortung muss sein. 

Siehe auch: Blick vom 4.2.2014

Kategorie: Beamtentum
Datum: 05.02.2014